Der Osten: Entdecke, wo du lebst: Filmschloss und Heilanstalt - Schloss Vitzenburg

30 Minuten MDR
on Air: 05.06.2018

Ein geheimnisvolles Schloss hoch oben auf einem alten Weinberg, umringt von einer Landschaft, die man nicht schöner malen kann. Ein verbohrter Schlossherr, der sich selten um das Anwesen kümmert. Ein junger Baron, der es retten will. Und eine Vergangenheit, die dunkle Geheimnisse birgt. Schloss Vitzenburg mitten im berühmten Weinbaugebiet Saale-Unstrut.
Vor kurzem ritten Bibi und Tina auf Geheiß des Erfolgsregisseurs Detlef Buck noch über das Schlossgelände. Für alle vier Filmteile wurde die Burg als Filmschloss „Falkenstein“ aus dem Dornröschenschlaf gerissen. Seitdem ist das Schloss Pilgerstätte für Bibi-und-Tina-Fans. Ansonsten ist die Vitzenburg vor allem eines: leer. Der jetzige Besitzer ist nur selten vor Ort.
Der 32jährige Georg Freiherr Baron von Münchhausen, dessen Familie einst das Areal gehörte, hat vor Kurzem den Schlossberg, auf dem die ältesten Rebgärten der gesamten Region wachsen, zurückgekauft. „Schloss und Schlosspark, der Pavillon, die verwunschenen Gewölbekeller und die typischen Kelterhäuschen will ich vor dem Verfall retten. Hier können Wirtschaften entstehen, Weinführungen, Konzerte!“
Schloß Vitzenburg hat eine bewegte Vergangenheit. Vor mehr als 1000 Jahren gegründet, Nonnenkloster, Mönchskloster, dann Wohnsitz hoher Adliger. Im Zweiten Weltkrieg nahm der „Rote Baron“ Flüchtlinge aus dem Osten auf. Dass er gegen die Nazis war, nützte ihm nichts. Die Sowjets steckten ihn nach Kriegsende ins KZ Buchenwald, wo er starb.
Seit 1969 war dann eine Kinder- und Jugendpsychiatrie auf Schloß Vitzenburg untergebracht. Über Jahrzehnte war der Ort verschlossen für die Öffentlichkeit.
Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche. Sie beleuchtet die mehr als 1000jährige Geschichte von Schloß Vitzenburg und der berühmten Weingegend und beantwortet die Frage, wie heute mit dem Märchenschloss umgegangen wird.