Heinrich Schütz – Auf der Suche nach dem Klang der Zeit

Eine 52 minütige Dokumentation für ARTE

Heinrich Schütz, lange Zeit nur als Vorläufer J.S. Bachs gesehen, gilt heute als genialer Komponist der frühbarocken deutschen Musik. Er fand den richtigen Ton zur richtigen Zeit und schuf als einer der ersten paneuropäischen Komponistenpersönlichkeiten in einer bis dahin selten erreichten Einheit von Wort und Musik das geistige Spiegelbild einer Zeitenwende.
Während um ihn herum der 30-jährige Krieg tobt, komponiert Heinrich Schütz ein musikalisches Zeitgemälde. Doch welche Musik braucht ein Leben voller Leid, Tod, Pest und Krieg? Schütz widmet sein gesamtes Schaffen dieser Frage. Die Suche nach einer neuen Musik, die Trost spendet und Trauer bewältigen hilft, führte ihn von Weißenfels über Venedig, Dresden und Breslau bis nach Kopenhagen. Heinrich Schütz war Europäer,

Kosmopolit, lange bevor es dieses Wort überhaupt gab. In seiner Musik verbindet er verschiedene musikalische Traditionen, schuf eine neue Tonsprache und öffnete mit ihr völlig neue Klangräume. Schütz‘ Werke malen mit Tönen Bilder und bieten seinem Publikum ein fast magisches Hörerlebnis. Er gibt Worten neue Kraft und setzt seine Musik dort ein, wo die menschliche Sprache endet. Kompositorisch war er seiner Zeit weit voraus.
Doch wer war dieser Mann, der zu den düsteren Zeiten des 30-jährigens Krieges und trotz persönlicher Schicksalsschläge ein so innovatives und hoffnungsvolles Werk schaffen konnte? Etablierte Dirigentinnen und Spezialistinnen der „Alten Musik“ geben Auskunft an markanten Schütz-Orten wie Dresden, Weißenfels, Venedig und Kopenhagen. Auch der junge Komponist Fabian Russ findet in Schütz‘ Werk den idealen Ausgangspunkt für seine Arbeit und führt in seinen Klanginstallationen mit seinem Audio Dome weiter, was Schütz bereits im 17. Jahrhundert angelegt hat. Trotz aller historischen Bezüge gibt der Film einen zeitgenössischen, frischen Blick auf den „alten“ Meister und stellt den Komponisten als Suchenden nach dem Klang seiner Zeit vor.